Hinter dem erfolgreichen Label Liebeskind stehen drei junge, ehrgeizige Männer, die die letzen Jahre hart für den Durchbruch der Marke gearbeitet haben. Die drei Unternehmer sind Semih Simsek, Johannes und Julian Rellecke. Die Brüder Rellecke lernten Semih Simsek während des Studiums kennen und entschlossen sich schließlich sich selbstständig zumachen. Bereits 2003 lancierten sie das Modelabel aus eigener Kraft und mit komplett eigenen Mittel. Mangelende Risikobereitschaft kann man ihnen also nicht vorwerfen. Die zündende Idee zur Gründung des Labels hatte schließlich Julian Rellecke, der in das Schuhgeschäft seiner Eltern eingestiegen war. Nach der Ausbildung zum orthopädischen Schuhmacher übernahm er fünf Schuh und Accessoires- Filialen in NRW unter dem Namen” Scarpe”. Seine Suche nach stylischen Taschen und Accessoires im mittleren Preissegment blieb leider erfolglos und so entdeckte er die Marktlücke.
“Es gab eine Nische im Preisbereich von 199 bis 250 Euro VK. Wir sind von der Händler-Perspektive herangegangen und haben von Anfang an die strategisch wichtigen Eckpreislagen im Auge gehabt. Hier gab es noch keine starke Marke”, sagt Julian Rellecke. So reifte die Idee des eigenen Labels, das die Nische auf dem Markt schließt. Sein Bruder absolvierte ein BWL-Studium und arbeitete zunächst bei einer klassischen Unternehmensberatung in Hamburg.
Der dritte im Bunde Semih Simsek arbeitete als Immobilienberater und baute zudem für verschiedene Textil- und Lederwaren-Firmen Produktions-Infrastrukturen auf. In Sachen Unternehmenspolitik waren sich die drei einig “Das ist klassisches Unternehmertum. Wir wollten was bewegen, das bringt eben ein gewisses Risiko und harte Arbeit mit sich”, sagt Johannes Rellecke. “Das Gute war, dass wir drei nichts gekostet haben.” Zur Zeit der Gründung arbeiteten alle drei in ihren bisherigen Jobs weiter, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken. Sie zahlten sich nur wenig Gehalt selbst aus. Schließlich benötigten sie eine Menge Startkapital für die erste Kollektion. Rückblickend stellt Johannes Rellecke fest: “Es war eine sehr große Herausforderung und eine spannende Gründerzeit. Immer knapp, immer stressig, bis zur Schmerzgrenze und spannend bis zum Schluss, aber am Ende hat es dann doch immer geklappt, weil wir den Ball flach gehalten haben und gearbeitet haben wie die Tiere.”Denn bis zur Fertigstellung der ersten Kollektion zogen unzählige Arbeitstunden ins Land und die stolze Summe von 100.000 Euro musste berappt werden. Doch der Einsatz hat sich gelohnt, als die erste Kollektion verkaufsfertig im Regal auf der Düsseldorfer Messe GDS stand, war die Begeisterung groß. Zwar handelte es sich nur um eine Mini-Kollektion mit zwei Styles. Diese waren allerdings in verschiedenen Materialien und Farben erhältlich. Die Redensart, manchmal ist weniger mehr, traf hier genau zu, denn die überschaubare Auswahl war der Hit auf der Messe. Bei der Folgemesse in Berlin war das Sortiment auch schon breiter gefächert und so ließen die großen Aufträge nicht lange auf sich warten. Anscheinend war nicht nur Julian Rellecke erfolglos auf der Suche nach stylischen Taschen und Accessoires.
Bei den Einkäufern trafen die stylischen Liebeskind Handtaschen mit dem authentischen Vintage-Look und handwerklichem Charakter genau ins Schwarze und auch der Preis stimmte. So stand dem Aufstieg des Labels nichts mehr im Wege und so wurde eine wichtige Entscheidung gefällt: “Das Ding läuft nicht mehr mit drei Halbtagskräften, jetzt musste jeder 40 Stunden Vollzeit ran”, sagt Johannes Rellecke. Alle drei beendeten Ihr Arbeitsverhältnis, die fünf Scarpe-Läden wurden von Mitarbeitern übernommen. Mittlerweile setzt das Trendlabel einen zweistelligen Millionenbetrag um und das Trio sieht sich selten, da jeder zwischen der Heimatstadt Münster, der Unternehmenszentrale in Berlin und den Produktionsmärkten Italien, Türkei und Asien hin und her reist. Jeder hat seine Aufgaben. Julian Rellecke ist für die Kreation und den Vertrieb zuständig, sein Bruder Johannes für das Kaufmännische und Marketing. Semih Simsek ist für die Produktion und Logistik zuständig. Über die Aufgabenverteilung gab es keine lange Diskussion, jeder macht das was er gelernt hat und gut kann. Da somit alle Unternehmensbereiche abgedeckt wurden, sind die Hierarchien flach und es kann schnell und flexibel gehandelt werden.
Seit kurzem ist jedoch ein Vierter im Bunde. Bernd Freier, der Eigentümer der Modekette S.Oliver, investiert in das junge Label. Das Unternehmen S.Oliver hat 50% der Anteile gekauft. Operativ verantwortlich bleibt allerdings das eingespielte Dreier-team. Johannes Rellecke: “Irgendwann hat sich die Frage gestellt: Wie finanzieren wir unser Wachstum nachhaltig? Der Deal mit S.Oliver bedeutet für uns finanzielle Sicherheit. Wir profitieren von den internationalen Strukturen und der Finanzkraft S.Olivers, bleiben aber zu 100% eigenständig.” Mit Bernd Freier verstanden sich die Drei von Beginn an äußerst gut. “Da saß einer vor uns, der ein echter Unternehmertyp ist und unsere Marke verstanden und richtig eingeschätzt hat”, so Johannes Rellecke. Durch das frische Kapital soll die Auslandsexpansion vorangetrieben werden. In der Stadt der Mode, Paris ist ein Liebeskind-Flagship geplant und in den USA soll eine Infrastruktur für die mittlerweile 150 Kunden geschaffen werden. Außerdem wird das Sortiment erweitert, Fashion Victims können sich auf Tücher und Jacken freuen! In den nächsten Wochen werden wir auch in den Genuss der ersten richtigen Werbe-Kampagne von Liebeskind kommen. “Unser Marketingbudget belief sich bisher auf leicht über Null”. Es ist also viel in Planung, wir dürfen gespannt sein…In den nächsten Tagen treffen bei www.modestern.de viele neue, schöne Modelle des Labels ein.. schaut einfach vorbei..
!! Ebenfalls im Zulauf !!
George Gina & Lucy
Desigual
Abercrombie
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